giovedì 2 aprile 2026

Möge ich jetzt ...



und immer so sein:

Ein Beschützer für die, die niemand beschützt,
ein Führer denen, die sich verirrt haben,
ein Schiff für die, die über die Meere ziehen müssen,
eine Brücke für die, die Flüsse überqueren müssen,
ein Asyl für die, die in Gefahr sind,
eine Lampe für die,
die kein Licht haben, eine Zuflucht für die,
die ohne Schutz sind,
und ein Diener all denen, die Hilfe brauchen.
 

Dalai Lama

 

martedì 31 marzo 2026

Ich wünsche mir.


 

Ich wünsche mir,
dass jemand zu mir sagt:
„Hier kannst du bleiben,
hier kannst du ausruhn
von der langen Reise.“
 
Ich wünsche mir,
dass jemand zu mir sagt:
„Hier kannst du bleiben,
hier kannst du glücklich sein
auf deine Weise.“
 
Ich wünsche mir,
dass jemand zu mir sagt:
„Hier kannst du bleiben,
für uns beide reichen
lebenslang wohl Trank und Speise.“

Ute Latendorf, 1951

 

 

„Sitzendes Paar“ von Hyacinth Manning

martedì 25 novembre 2025

An die Heimat.


 
Ich hab' dich nicht vergessen,
Mein liebes Österreich! 
Noch macht's, an dich zu denken,
Da Herz mir immer weich.

Ich sah wohl schöne Alpen,
Umweht Von Balsamhauch,
Sah Paradiese Gottes,
Du aber hast sie auch.

Sah Silberströme wallen
Durch manchen grünen Plan,
Sah Täler, Auen, Städte
Du bist nicht ärmer dran.

Es lacht' auch andrer Orten
Manch treues Herz mir zu;
Doch wer hat sie auf Erden
Zu Tausenden wie du?

Ich bracht' auch in der Fremde
Manch selig Stündchen hin,
Allein in deinem Boden
Schläft ja mein Jugendsinn.

Du hast die ersten Freuden
So treu mit mir geteilt,
Du hast die ersten Leiden
So liebend mir geheilt.
 
Und sind mir in der Fremde
Viel hundert Plätzchen lieb,
So hast du ja kein Fleckchen,
Das deutungsleer mir bleib.

Drum glaub' dich nicht vergessen,
Lob' ich die Ferne gleich;
Ich weiss nur eine Heimat,
Weiss nur ein Österreich!
 
Denn was ich in der Fremde
Gesehn, gefült, erkannt,
Ist nur ein goldner Reifen
Um deinen Diamant.

J. G. Seidl
 
 
 
Foto di Enrique da Pixabay

lunedì 20 ottobre 2025

An die Freude.

 

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.

Seid umschlungen Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
eines Freundes Freund zu seyn;
wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur  e i n e  Seele
 s e i n  nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
weinend sich aus diesem Bund!

Was den großen Ring bewohnet
huldige der Simpathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der  U n b e k a n n t e  tronet.

 

Gedichte Friedrich Schillers 
Ludwig van Beethoven

 

 

Inno alla gioia

Gioia, bella scintilla divina,
figlia dell'Eliseo,
noi entriamo ebbri e frementi,
o celeste, nel tuo tempio.
Il tuo incanto rende unito
ciò che la moda rigidamente separò,
i mendichi diventano fratelli dei principi
dove la tua ala soave freme.

Abbracciatevi, moltitudini!
Questo bacio vada al mondo intero!
Fratelli, sopra il cielo stellato
deve abitare un padre affettuoso.

 

Friedrich Schillers 
Ludwig van Beethoven