sabato 12 giugno 2021

Friedensgebet.

 
 

 
 
Herr, hilf uns,
unsere Waffen abzulegen:
die scharfen Worte,
die bösen Blicke,
die verletzende Sprache,
die giftigen Angriffe,
die lärmende Überheblichkeit,
das erdrückende Kraftprotzen,
die atemberaubenden Frechheiten,
den beißenden Spott und all das,
womit wir sonst
den täglichen Kleinkrieg führen.
 
Herr, gib deinen Frieden
in unsere Sprache,
in unsere Blicke,
in unsere Hände und Füße,
in unseren Intellekt,
in unsere Phantasie,
in unser Herz.
 
 
Ruth Rau
 
 
 
Weisser Mohn von Walter Womacka

Falls dir der Gedanke kommt.

 
 

 
 
Falls dir der Gedanke kommt,
daß alles,
was du über Gott gedacht hast,
verkehrt ist,
und
daß es keinen Gott gibt,
so gerate darüber nicht in Bestürzung.
Es geht allen so.
Glaube aber nicht,
daß dein Unglaube daher rührt,
daß es Gott nicht gibt.
 
Falls du dem Gott nicht mehr glaubst,
dem du früher glaubtest,
so rührt das daher,
daß in deinem Glauben etwas verkehrt war,
und du mußt dich bemühen,
besser zu verstehen, wen du Gott nennst.
 
Wenn ein Wilder aufhört,
an seinen hölzernen Gott zu glauben,
heißt das nicht,
daß es Gott nicht gibt,
sondern nur, 
 daß er nicht aus Holz ist.
 
 
Leo Tolstoi 
 
 
 
 

Foto di Antonio López da Pixabay 

Ein kleines Lied.

 


Am Waldrand hat ein Vögelein ein kleines Lied gesungen,
das hat im hellen Sonnenschein wie ein Gebet geklungen.

Ich hab ihm lange zugehört, die Hände still gefaltet,
der Sänger pries ganz unbeschwert den, der im Himmel waltet.

Und jede Blume, jeder Baum ward von dem Lied gefangen,
als sei ein wundersamer Traum am Waldrand lang gegangen.


Ortwin Kuhn

 

 

Spring Has Come (Der Frühling ist gekommen)
George F. Henry

mercoledì 5 maggio 2021

Ein neues Buch, ein neues Jahr.

 
 
 
 
 
Ein neues Buch, ein neues Jahr
Was werden die Tage bringen?!
 Wird's werden, wie es immer war,
Halb scheitern, halb gelingen?
 
Ich möchte leben, bis all dies Glühn
Rücklässt einen leuchtenden Funken.
 Und nicht vergeht, wie die Flamm' im Kamin,
Die eben zu Asche gesunken.
 
 
Theodor Fontane
 
 
 
 
Die Leserin - Adelchi Riccardo Mantovani

martedì 4 maggio 2021

An meine Mutter.

 
 
 
 
 
So gern hätt' ich ein schönes Lied gemacht
Von Deiner Liebe, deiner treuen Weise;
Die Gabe, die für andre immer wacht,
Hätt' ich so gern geweckt zu deinem Preise.
 
Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr,
Und wie ich auch die Reime mochte stellen,
Des Herzens Fluten wallten darüber her,
Zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.
 
So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
Von einfach ungeschmücktem Wort getragen,
Und meine ganze Seele nimm darin:
Wo man am meisten fühlt,
weiß man nicht viel zu sagen.
 
 
Annette von Droste-Hülshoff
 
 
 
 
Mädchen mit dem blume  Olga-dell-vos-kardovskaja


Orme sulla sabbia.

 
 


Ho sognato che camminavo in riva al mare
con il Signore e rivedevo sullo schermo del cielo
tutti i giorni della mia vita passata.
 
E per ogni giorno trascorso apparivano
sulla sabbia due orme:
le mie e quelle del Signore.
 
Ma in alcuni tratti ho visto un sola orma.
Proprio nei giorni più difficili della mia vita.
 
Allora ho detto: “Signore, io ho scelto di vivere con te
e tu mi avevi promesso che saresti stato sempre con me.
 
Perché mi hai lasciato solo proprio nei momenti difficili?
 E lui mi ha risposto: “Figlio, tu lo sai che ti amo
e non ti ho abbandonato mai:
i giorni nei quali c’è soltanto un’orma nella sabbia
sono proprio quelli in cui ti ho portato in braccio”.
  
Margaret Fishback Powers
 
 
 
Con tanti baci dalla tua amica Maria Rosaria. 
 
 ...
 
Grazie perchè sei stata al mio fianco.
Eri una grande donna.

Edith

 


Foto di StockSnap da Pixabay